BIETIGHEIM-BISSINGEN, 21. APRIL 2010

Hilfe leisten, wo sie nötig ist

Honorarkonsul Wolfgang Pfeiffer berichtet über die neueste Entwicklung in Bhutan

Seit 2002 ist Wolfgang Pfeiffer aus Bietigheim-Bissingen Honorarkonsul des Königreichs Bhutan. Mehrmals im Jahr reist er nach Asien, um dort für bessere medizinische Verhältnisse zu kämpfen.

Das war 1996. Seither reist der Bietigheimer Spezialist für Erkrankungen des Enddarms zwei bis drei Mal im Jahr in den Himalaya-Staat, der etwa so groß wie die Schweiz ist, um sich dort für den Ausbau der medizinischen Versorgung einzusetzen. Er gründete den Verein Bhutanhilfe, 2002 wurde er vom König des Landes gar zum Honorarkonsul ernannt, vertritt das Reich also ehrenhalber. In dieser Funktion sammelt Pfeiffer Spenden für den Zwergenstaat, organisiert Kooperationen mit anderen Hilfsinitiativen und vermittelt Ärzte in die wenigen Kliniken des Landes.


Von seiner jüngsten Reise ist Pfeiffer vor Kurzem zurückgekehrt. Wieder hat sich viel getan, seit er das letzte Mal, im Herbst 2009, einige Zeit dort verbrachte. Das neueste Projekt des Vereins ist das Krankenhaus im ostbhutanesischen Mongar. Nachdem man in der Hauptstadt Thimphu bereits eine Klinik aufgebaut und durch eine entsprechende Schulung einheimischer Kräfte eine Basisversorgung gewährleistet hat, soll das deutsche Know-how jetzt in die Klinik in Mongar fließen. Eine Delegation aus erfahrenen Chirurgen, Gynäkologen, Geburtshelfern und Studenten soll dort anpacken. Ziel ist wie in Thimphu, den Ärzten Bhutanesen an die Seite zu stellen, damit diese eine Ausbildung nach deutschem Standard erhalten und sich in einigen Jahren selbst versorgen können.

Ist es so weit, will die Bhutanhilfe nur noch fachspezifische Hilfe leisten. Vorbild ist wiederum Thimphu. Dort wird momentan eine Kinderchirurgie aufgebaut. Der deutsche Arzt Dr. Johannes Meixner ist seit dreieinhalb Jahren vor Ort. Er wird mindestens ein weiteres Jahr bleiben.


Parallel arbeitet Wolfgang Pfeiffer beim Aufbau der medizinischen Fakultät an der Universität Thimphu mit, um damit die Fach-arztausbildung ins Land zu bringen. Positiv sei, dass beide Krankenhäuser inzwischen Universitätskliniken seien, so werde den Studenten ihre Praxiszeit in Deutschland angerechnet. "Was man hier lernt, lernt man nirgends sonst", sagt Pfeiffer.


Das Problem allerdings ist: Beide Kliniken funktionieren nicht optimal, da es an Personal mangelt. Im 700 000-Einwohner-Staat Bhutan gibt es nur 120 ausgebildete Ärzte. Auch das Langzeitziel, in jedem der 20 Distrikte ein Krankenhaus zu etablieren, steht auf der Kippe, schlicht, weil es nicht genügend Kräfte gibt. Bislang existieren laut Pfeiffer drei bis vier Kliniken, die deutschem Standard entsprechen. Die medizinische Versorgung wird daher größtenteils von Rot-Kreuz-Helfern in Basisversorgungseinheiten übernommen.


Immerhin: An den Krankenhäusern von Thimphu, Mongar und Trashigang wurden mit Unterstützung der Bhutanhilfe kleine Unterkünfte für die Verwandten der Patienten gebaut, die dort wohnen können, während ihre Angehörigen sich auskurieren.


Nebenbei hat Pfeiffer die Bildung einer Bergrettung initiiert. Da auf den schmalen Gebirgsstraßen des Landes immer wieder Autos abstürzen, vermittelte er zwei Retter der Tiroler Bergwacht nach Bhutan, die einige Einheimische ausbildeten.


In bald 15 Jahren hat der Bietigheimer Proktologe enge Freundschaften in Bhutan geknüpft. "Dort herrscht eine ganz andere Ehrlichkeit", sagt Pfeiffer über das Völkchen. Auch zum Königshaus unterhält er enge Kontakte. Umso mehr ging es Pfeiffer nahe, als im Herbst vergangenen Jahres in Bhutan die Erde bebte. Tausende Häuser wurden zerstört, 15 Menschen starben. In den Medien kein Wort darüber - klagt der Mediziner. Er aber berichtet so oft es geht davon. Und er ist es auch, der heute anderen Menschen zeigt, wo Bhutan eigentlich liegt.


Redaktion: DOMINIQUE LEIBBRAND



© Druck- und Verlagsgesellschaft Bietigheim mbH

Bhutan? Als der Bietigheimer Arzt Dr. Wolfgang Pfeiffer das erste Mal von dem südasiatischen Königreich zwischen Tibet und Indien hörte, musste er selbst erst einmal auf der Landkarte nachsehen. Damals stand der hiesige Künstler Roland Bentz mit einem kranken Bhutanesen in seiner Praxis. Der Asiate musste operiert werden, wollte sich aber nur in seinem Heimatland unters Messer legen. Also packte Pfeiffer kurzerhand seine Koffer und flog nach Bhutan.

Setzt sich für Bhutan ein: Der Bietigheimer Arzt Dr. Wolfgang Pfeiffer. Foto: Martin Kalb

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